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Jewish History, Jewish Religion



 Ahmed Rami,
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Israel Shahak:
Jüdische Religion,
Jüdische Geschichte
This is a complete version of Shahak´s book (in German) to download (683 K)
Click here for a version of this book to read online
"Shahak ist ein außergewöhnlicher Gelehrter mit bemerkenswerten Einsichten und tiefgreifendem Wissen. Seine fundierte und scharfsinnige Arbeit ist ein Beitrag von hohem Wert." (Noam Chomsky)


Inhaltsverzeichnis: 

A/ 1- Israel - ein Utopia für Auserwählte?

B/ 6- Vorurteile und Verfälschungen

C/ 12- Orthodoxie und Interpretation

D/ 23- Die Bürde der Geschichte

E/ 33- Gesetze gegen Nichtjuden

F/ 49- Politische Konsequenzen


A/ ISRAEL

- ein Utopia für Auserwählte?


Hier schreibe ich, was ich für wahr halte, daß die Geschichten der Griechen so zahlreich wie gedankenarm sind.
(Hekataios von Milet, zitiert nach Herodot)
Amicus Plato sed magis amica veritas - Plato ist mir lieb, noch lieber die Wahrheit.
(Lateinisches Sprichwort nach der Nikomachischen Ethik von Aristoteles)
In einem freien Staat kann jeder denken, was er will, und sagen, was er denkt.
(Spinoza)

Obwohl in englischer Sprache entstanden und für Menschen gedacht, die außerhalb des Staates Israel leben, ist dieses Buch gewissermaßen eine Fortsetzung meiner politischen Arbeit als israelischer Jude. Diese Arbeit begann in den Jahren 1965 und 1966 mit einem Protest, der seinerzeit großes Ärgernis erregte. Ich war nämlich Augenzeuge, wie ein ultrareligiöser Jude die Benutzung seines Telefons am Sabbat verweigerte: Für einen Nichtjuden, der in der Gegend von Jerusalem einen Kollaps erlitten hatte, wurde ein Notarztwagen benötigt. Statt mich auf eine Pressemitteilung zu beschränken, bemühte ich mich um eine Zusammenkunft mit dem Rabbinischen Gericht von Jerusalem, dessen Mitglieder vom Staate Israel ernannt werden. Ich fragte die Rabbiner, ob solch ein Verhalten ihrer Auslegung der jüdischen Religion entspräche. Ihre Antwort war, daß der fragliche Jude sich richtig, ja sogar fromm verhalten hätte, und sie zitierten zur Bekräftigung ihrer Aussage eine Passage aus einem in unserem Jahrhundert abgefaßten maßgeblichen Handbuch der talmudischen Gesetze. Ich berichtete diesen Vorfall der größten hebräischen Tageszeitung Haarez, die mit ihrer Meldung einen Medienskandal auslöste.

Für mich hatte der Skandals ziemlich negative Folgen. Weder in Israel noch in der Diaspora hoben rabbinische Autoritäten die Vorschrift auf, daß kein Jude den Sabbat verletzen dürfe, um das Leben eines Nichtjuden zu retten. Sie betteten das Ganze in viel scheinheiliges Geschwätz, die Verletzung des Sabbat sei nur dann erlaubt, wenn wegen einer unterlassenen Hilfeleistung Juden in Gefahr geraten könnten.

Ich besann mich auf mein in der Jugend erworbenes Wissen und begann, jene talmudischen Gesetze zu studieren, die die Beziehungen zwischen Juden und Nichtjuden regeln. Dabei wurde mir klar, daß sowohl der angeblich vorwiegend areligiöse Zionismus als auch die seit der Staatsgründung betriebene israelische Politik und ganz besonders die Israel unterstützende Politik der jüdischen Diaspora nur zu verstehen ist, wenn man den starken Einfluß dieser Gesetze und die dafür verantwortliche Ideologie berücksichtigt. Die von Israel nach dem Sechs-Tage-Krieg verfolgte Politik und besonders der Apartheid-Charakter des israelischen Besatzungsregimes sowie die Einstellung des größten Teils der Juden gegenüber den Rechten der Palästinenser (auch wenn sie keine praktischen Auswirkungen hatte) haben diese Überzeugung noch bestärkt.

Mit dieser Aussage versuche ich nicht, die politischen oder strategischen Überlegungen, die ebenfalls einen Einfluß auf die Herrschenden in Israel haben, zu ignorieren. Ich sage nur, daß Realpolitik aus der Wechselwirkung zwischen realistischen Erwägungen (gleichgültig, ob richtig oder falsch, moralisch oder unmoralisch nach meiner Bewertung) und ideologischen Einflüssen erwächst. Die letzteren scheinen dann um so einflußreicher zu sein, je weniger sie erörtert und "aufs Tapet gebracht" werden. Jede Form von Rassismus, Diskriminierung und Xenophobie gewinnt um so mehr politischen Einfluß, je mehr sie die Allgemeinheit für selbstverständlich hält. Dies gilt gerade dann, wenn die Diskussion darüber offiziell oder inoffiziell tabuisiert wird. Rassismus, Diskriminierung und Xenophobie, von Juden ausgehend und mit religiösen Motiven unterlegt gegen Nichtjuden gerichtet, ist ein Zwillingsbruder des Antisemitismus und seiner religiösen Motive. Während über die eine Rassismusvariante gesprochen werden kann, wird das Vorhandensein der anderen im allgemeinen ignoriert, und zwar weitaus häufiger außerhalb Israels als in Israel selbst.



***




Definition des Judenstaates

Ohne eine Erörterung der unter Juden vorherrschenden Haltungen gegenüber Nichtjuden kann man auch das Konzept Israels als "Judenstaat", wie sich Israel selbst formell definiert, nicht verstehen. Das weitverbreitete Mißverständnis, daß Israel (auch ohne Berücksichtigung seiner Besatzungsherrschaft) eine echte Demokratie sei, läßt sich auf die Weigerung zurückführen, die Bedeutung des Begriffs "Judenstaat" Nichtjuden nahezubringen. Meiner Ansicht nach ist Israel als Judenstaat eine Gefahr nicht nur für sich selbst und seine Einwohner, sondern für alle Juden und alle anderen Völker und Staaten im Nahen Osten und noch darüber hinaus sein. Außerdem meine ich, daß auch die anderen nahöstlichen Staaten oder Institutionen, die sich entsprechend der israelischen Selbstdefinition als "jüdisch", als "arabisch" oder "moslemisch" definieren, ebenfalls eine Gefahr sind. Während diese Gefahr in der Öffentlichkeit diskutiert wird, schweigt man über die Gefahren, die dem jüdischen Charakter des Staates Israel innewohnen.

Das Prinzip Israels als "Judenstaat" war seit den Anfängen des Staates für alle israelischen Politiker von höchster Wichtigkeit und wurde der jüdischen Bevölkerung mit allen nur denkbaren Mitteln eingeprägt. Als sich Anfang der achtziger Jahre eine winzige Minderheit israelischer Juden bildete, die diesem Konzept ablehnend gegenüberstand, verabschiedete die Knesset im Jahre 1983 mit überwältigender Mehrheit ein Verfassungsgesetz (d.h. ein Gesetz, das die Regelungen anderer Gesetze außer Kraft setzt und nur durch ein spezielles Verfahren aufgehoben werden kann). Nach diesem Gesetz darf eine Partei, deren Programm dem Prinzip des "Judenstaates" offen widerspricht oder Änderungen daran durch demokratische Mittel vorsieht, an den Wahlen zur Knesset nicht teilnehmen. Ich selbst bin ein heftiger Gegner dieses Verfassungsprinzips. Für mich besteht die Konsequenz darin, daß es für mich in dem Staat, dessen Bürger ich bin, keine Partei gibt, deren Prinzipien ich zustimmen und die zugleich an den Parlamentswahlen teilnehmen kann. Gerade dieses Beispiel zeigt, daß der Staat Israel keine Demokratie ist, denn eine jüdische Ideologie wird gegen alle Nichtjuden und gegen solche Juden angewendet, die diese Ideologie ablehnen. Die Gefahr durch diese herrschende Ideologie beschränkt sich jedoch nicht auf die Innenpolitik, sondern beeinflußt auch die Außenpolitik Israels. Diese Gefahr wird weiter wachsen, solange sich zwei gegenwärtige Entwicklungen zuspitzen: Die Zunahme des jüdischen Charakters von Israel und der Zuwachs an militärischer, insbesondere nuklearer Stärke. Ein weiterer verhängnisvoller Faktor ist die Tatsache, daß der israelische Einfluß auf das politische Establishment der USA wächst. Deshalb sind genaue Informationen über den Judaismus und besonders über die Behandlung der Nichtjuden durch Israel nicht nur wichtig, sondern auch politisch lebensnotwendig.

Lassen Sie mich mit der offiziellen israelischen Definition des Begriffs "jüdisch" beginnen, der den entscheidenden Unterschied zwischen Israel als "Judenstaat" und der Mehrheit der anderen Staaten aufzeigt. Nach dieser offiziellen Definition "gehört" Israel nur den Menschen, die von den israelischen Behörden als "jüdisch" definiert werden, unabhängig von Wohnort oder Staatsangehörigkeit. Andererseits "gehört" Israel offiziell nicht den nichtjüdischen Bürgern, deren Status sogar offiziell als untergeordnet angesehen wird. Dies bedeutet in der Praxis, wenn peruanische Indios zum Judentum konvertieren und somit als jüdisch betrachtet werden, sie sofort berechtigt sind, israelische Bürger zu werden und von etwa 70% des Bodens im besetzten Westjordanland (und von 92% des Bodens im eigentlichen Israel) profitieren zu können, das offiziell ausnahmslos zum Nutzen durch Juden vorgesehen ist. Alle Nichtjuden (nicht nur alle Palästinenser) sind von diesen Vorrechten ausgeschlossen. (Das Verbot gilt auch für arabische Staatsbürger Israels, die in der israelischen Armee gedient und einen hohen Rang erreicht haben.) Der Fall mit den zum Judentum konvertierten Peruanern ereignete sich tatsächlich vor einigen Jahren.

Diese neuen Juden wurden im Westjordanland in der Nähe von Nablus auf Land angesiedelt, das Nichtjuden offiziell nicht besiedeln dürfen. Alle israelischen Regierungen nehmen enorme politische Risiken einschließlich der Gefahr eines Krieges auf sich, damit solche Siedlungen, die sich ausschließlich aus "jüdisch" definierten Personen (und nicht etwa "israelischen", wie die meisten Medien lügenhaft behaupten) zusammensetzen, nur "jüdischer" Autorität unterstehen.

Ich vermute, daß die Juden in den USA oder in Großbritannien es als antisemitisch ansähen, wenn Christen vorschlügen, aus Großbritannien oder den USA sollte ein "Christenstaat" werden, der offiziell nur den als "Christen" definierten Bürgern gehöre. Die Folge einer solchen Doktrin bestünde darin, daß zum Christentum konvertierte Juden wegen ihres Übertritts zum Christentum vollberechtigte Bürger würden. Man sollte sich daran erinnern, daß die Vorteile von Glaubensübertritten den Juden aus ihrer eigenen Geschichte bekannt sind. Als die christlichen und islamischen Staaten alle Personen diskriminierten, die - wie die Juden - nicht der Staatsreligion angehörten, wurde die Diskriminierung der Juden durch ihren Glaubensübertritt aufgehoben. Ein vom Staat Israel diskriminierter Nichtjude erfährt aber ebenso sofort eine andere Behandlung, wenn er zum Judaismus konvertiert. Es zeigt, daß dieselbe Art der Exklusivität, die die Mehrheit der in der Diaspora lebenden Juden als antisemitisch an sich ansieht, von der Mehrheit aller Juden als jüdisch betrachtet wird. Ein Eintreten gegen Antisemitismus und jüdischen Chauvinismus wird unter Juden weitgehend als "Selbsthaß" betrachtet, was in meinen Augen sinnwidrig ist.

Die Bedeutung des Begriffs "jüdisch" und der artverwandten Wörter einschließlich "Judaismus" erlangt im Zusammenhang mit der israelischen Politik dieselbe große Bedeutung wie das offiziell von Iran verwendete Wort "islamisch" oder der offiziell von der UdSSR verwendete Begriff "Kommunist". Die Bedeutung des allgemein benutzten Begriffs "jüdisch" ist jedoch nicht klar, weder im Hebräischen noch in anderen Sprachen. Daher muß der Begriff offiziell definiert werden.

Nach israelischem Gesetz ist eine Person "jüdisch", wenn entweder die Mutter, die Großmutter, die Urgroßmutter oder die Ururgroßmutter religiöse Jüdinnen waren, oder die Person in einer Art und Weise zum Judentum konvertierte, die den israelischen Behörden zufriedenstellend erscheint. Darüber hinaus gilt die Bedingung, daß die Person nicht vom Judentum zu einer anderen Religion konvertierte. In diesem Falle betrachtet Israel diese Person nicht mehr als "jüdisch". Von diesen drei Bedingungen entspricht die erste der talmudischen Definition "Wer ist Jude?", d.h. der auch von der jüdischen Orthodoxie verwendeten Definition. Der Talmud und das nachtalmudische Gesetz erkennen außerdem den Glaubensübertritt eines Nichtjuden zum Judentum (als auch den Kauf eines nichtjüdischen Sklaven durch einen Juden mit anschließendem Glaubensübertritt einer anderen Art) als eine Methode an, ein Jude zu werden, vorausgesetzt, daß der Glaubensübertritt durch einen autorisierten Rabbiner auf entsprechende Art und Weise vorgenommen wird. Diese "entsprechende Art und Weise" hat für Frauen die Konsequenz, daß sie sich von drei Rabbinern nackt in einem "Reinigungsbad" untersuchen lassen müssen. Dieses Ritual ist zwar allen Lesern der hebräischen Presse bekannt, wird aber in den nichtjüdischen Medien trotz des unzweifelhaften Interesses für bestimmte Leser nicht oft erwähnt. Ich hoffe, daß dieses Buch den Anfang eines Prozesses bildet, der diese Diskrepanz beseitigt.

Es gibt aber eine weitere dringende Notwendigkeit für eine offizielle Definition dessen, wer "jüdisch" ist und wer nicht. Der Staat Israel diskriminiert offiziell Nichtjuden gegenüber Juden in vielen Lebensbereichen, von denen ich folgende drei als die wichtigsten betrachte: Wohnrecht, Arbeitsrecht und das Recht auf Gleichheit vor dem Gesetz. Die Diskriminierung im Wohnrecht gründet sich auf der Tatsache, daß etwa 92% des israelischen Landes Staatseigentum sind und von der israelischen Landbehörde entsprechend den vom Jewish National Fund (JNF), einem Ableger der World Zionist Organization, erlassenen Vorschriften verwaltet werden. In diesen Vorschriften verweigert der Jewish National Fund jedermann, der nicht jüdisch ist, das Recht auf Niederlassung, auf Geschäftseröffnung und oft auch zur Arbeit. Und zwar nur deshalb, weil er kein Jude ist. Gleichzeitig ist es Juden aber erlaubt, sich überall in Israel niederzulassen und geschäftlich tätig zu sein. Solche Maßnahmen gegen Juden in einem anderen Staat würden sofort und zu Recht als Antisemitismus gebrandmarkt werden und zweifellos massive öffentliche Proteste hervorrufen. Wendet jedoch Israel diese Maßnahmen als Teil der "jüdischen Ideologie" an, so werden sie in der Regel geflissentlich ignoriert oder (bei einer seltenen Erwähnung) entschuldigt.

Die Verweigerung des Rechts auf Arbeit bedeutet, daß Nichtjuden offiziell von der Arbeit auf dem Land ausgeschlossen sind, das die israelische Landbehörde entsprechend den Jewish-National-Fund-Vorschriften verwaltet. Diese Vorschriften werden sicher nicht immer durchgesetzt, existieren aber. Von Zeit zu Zeit versucht Israel jedoch, diese Vorschriften von staatlichen Behörden durchsetzen zu lassen, wie z.B. immer dann, wenn das Landwirtschaftsministerium vorgeht gegen den "Frevel, gepachtete Obstplantagen, die Juden gehören und sich auf nationalem Land (d.h. Land, das dem Staate Israel gehört) befinden, von arabischen Arbeitskräften abernten zu lassen", auch wenn die fraglichen Arbeitskräfte Bürger Israels sind. Israel verbietet es ferner den auf "nationalem Land" angesiedelten Juden, auch nur einen Teil des Landes an Arbeiter selbst für nur kurze Zeit zu verpachten. Diejenigen, die es dennoch tun, müssen in der Regel schwere Geldstrafen zahlen. Nichtjuden ist es jedoch nicht verboten, ihr Land an Juden zu verpachten. Dies bedeutet in meinem Falle, daß aufgrund der Tatsache, daß ich ein Jude bin, ich das Recht habe, einen Obstgarten zur Aberntung von einem anderen Juden zu pachten. Ein Nichtjude jedoch, gleichgültig, ob Bürger Israels oder ein niedergelassener Ausländer, hat dieses Recht nicht.

Nichtjüdische Bürger Insraels haben nicht das Recht auf Gleichheit vor dem Gesetz.

Diese Diskriminierung drückt sich in vielen israelischen Gesetzen aus, in denen die Begriffe "jüdisch" und "nichtjüdisch" in der Regel nicht explizit, wie in dem entscheidenden Rückkehrgesetz, verwendet werden, vermutlich, um Verwicklungen zu vermeiden. Nach diesem Gesetz haben nur offiziell als "jüdisch" anerkannte Personen automatisch das Recht auf Einwanderung und Niederlassung in Israel. Sie erhalten automatisch ein "Einwanderungs-Zertifikat", das ihnen bei der Ankunft das "Bürgerrecht kraft ihrer Rückkehr in das jüdische Heimatland" und das Recht auf viele finanzielle Vorteile verleiht, die je nach Herkunftsland unterschiedlich ausfallen. Die aus den Staaten der früheren UdSSR emigrierten Juden erhalten eine "Eingliederungsbeihilfe" von mehr als 20 000 Dollar pro Familie. Alle Juden, die entsprechend diesem Gesetz nach Israel einwandern, erhalten sofort das aktive und passive Wahlrecht für die Knesset - auch wenn sie kein Wort hebräisch sprechen.

Andere israelische Gesetze dienen als Ersatz für die etwas dunklen Aussagen "jeder, der entsprechend dem Rückkehrgesetz einwandern kann", und "jeder, der entsprechend dem Rückkehrgesetz ein Recht zur Einwanderung hat". Je nach fraglichem Gesetz erhält die erste Kategorie Zuwendungen, die der zweiten systematisch verweigert werden. Das alltägliche Mittel zur Diskriminierung im täglichen Leben ist der Personalausweis, den jeder jederzeit mit sich tragen muß. In den Personalausweisen steht mit der wichtigen Ausnahme "Israeli" die offizielle "Nationalität" einer Person, die "jüdisch", "arabisch", "drusisch" und dergleichen sein kann. Versuche von Israelis, das Innenministerium zur Angabe "Israeli" oder sogar "Israeli-Jude" in ihren Personalausweisen zu zwingen, sind fehlgeschlagen. Diejenigen, die solche Versuche unternommen hatten, erhielten vom Innenministerium einen Brief mit der Angabe, daß "es einen Beschluß gibt, eine israelische Nationalität nicht anzuerkennen". In dem Brief ist nicht gesagt, von wem oder wann diese Entscheidung getroffen wurde.

Israel kennt derart viele Gesetze und Vorschriften, die Personen entsprechend der Definition "wer entsprechend dem Rückkehrgesetz einwandern kann" begünstigen, so daß das Thema eine gesonderte Behandlung verlangt. Wir können hier ein Beispiel heranziehen, das im Vergleich mit den Einschränkungen bei den Niederlassungsrecht trivial und dennoch wichtig ist, da es die wahren Absichten des israelischen Gesetzgebers enthüllt. Israelische Bürger, die das Land eine Zeitlang verlassen haben, jedoch als solche definiert sind, die "entsprechend dem Einwanderungsgesetz einwandern können", haben bei ihrer Rückkehr Anspruch auf großzügige Zollerleichterungen, Unterstützung für eine höhere Schulausbildung ihrer Kinder und entweder eine Beihilfe oder einen günstigen Kredit zum Kauf eines Appartments sowie andere Zuwendungen. Bürger, die nicht derart definiert sind, d.h. die nichtjüdischen Bürger Israels, erhalten keine dieser Vergünstigungen. Die offensichtliche Absicht solcher diskriminierender Maßnahmen besteht darin, die Anzahl der nichtjüdischen Bürger zu vermindern, um den Staat Israel "jüdischer" zu machen.




***




Die Ideologie vom "erlösten" Land

Israel propagiert unter den jüdischen Bürgern die supra-exklusive Ideologie der Erlösung des Landes. An dieser Ideologie, die den jüdischen Schulkindern in Israel eingetrichtert wird, läßt sich das offizielle Ziel ablesen, die Anzahl an Nichtjuden auf ein Minimum zu reduzieren. Man lehrt sie, daß dies dem gesamten Staat Israel oder nach 1967 für das Gebiet gilt, das man das Land Israel nennt. Nach dieser Ideologie ist das "erlöste" Land das Land, das aus nichtjüdischem in jüdisches Eigentum überging. Das Eigentum kann entweder in privater Hand sein oder dem Jewish National Fund oder dem Judenstaat gehören. Das im Besitze von Nichtjuden befindliche Land wird dagegen als "unerlöst" betrachtet. Wenn also ein Jude, der die schlimmsten Verbrechen begangen hat, ein Stück Land von einem unbescholtenen Nichtjuden kauft, wird durch solch eine Transaktion das "unerlöste" zu "erlöstem" Land. Kauft jedoch ein unbescholtener Nichtjude Land vom denkbar schlechtesten Juden, so wird das zuvor makellose und "erlöste" Land erneut zu "unerlöstem" Land. Die logische Schlußfolgerung aus solch einer Ideologie ist die "Transfer" genannte Vertreibung aller Nichtjuden aus dem Landgebiet, das "erlöst" werden muß. Deshalb ist die Utopie der vom Staat Israel übernommenen "jüdischen Ideologie" das Land, das vollständig "erlöst" ist und sich nicht im Besitze von Nichtjuden befindet oder von diesen bearbeitet wird. Die Führer der zionistischen Arbeiterbewegung drückten diese ganz und gar abstoßende Idee mit größter Klarheit aus. Walter Laqueur, ein eingefleischter Zionist, beschreibt in seinem Buch History of Zionism, wie der im Jahre 1919 verstorbene A. D. Gordon, eine dieser geistigen Väter, "Gewalt prinzipiell ablehnte und Selbstverteidigung nur unter extremen Umständen rechtfertigte. Er und seine Freunde wünschten jedoch, daß jeder Baum und jeder Busch im jüdischen Heimatland von keinem anderen als jüdischen Pionieren gepflanzt werde." Dies bedeutet, daß er von jedem anderen verlangte, auszuwandern und das von Juden "zu erlösende" Land zu verlassen habe. Gordons Nachfolger wandten mehr Gewalt an, als er im Sinne hatte. Das Prinzip der "Erlösung" und die sich daraus ergebenden Folgen blieben jedoch erhalten.

Desgleichen war und ist der Kibbuz, der hochgelobte Versuch zum Aufbau einer Utopia, eine supra-exklusive Utopia. Auch wenn er aus Atheisten besteht, nimmt er prinzipiell keine arabischen Mitglieder auf und verlangt von potentiellen Mitgliedern aus anderen Nationalitäten, daß sie zunächst zum Judentum konvertieren. So ist es kein Wunder, daß die Heranwachsenden aus dem Kibbuz als der militaristischste Teil der israelisch-jüdischen Gesellschaft angesehen werden können.

Es ist gerade diese supra-exklusive Ideologie und nicht das von der israelischen Propaganda vorgeschobene "Sicherheitsbedürfnis", durch die die Landübernahme in Israel in den fünfziger Jahren und erneut Mitte der sechziger Jahre und in den besetzen Gebieten nach 1967 bestimmt wird. Diese Ideologie diktierte auch die offiziellen Pläne Israels zur "Judaisierung von Galiläa". Dieser seltsame Begriff soll Juden zur Ansiedlung in Galiläa durch finanzielle Zuwendungen ermutigen. (Ich frage mich, was wohl die Reaktion der amerikanischen Juden sein würde, wenn ein Plan zur "Christianisierung von New York" oder sogar nur von Brooklyn im Lande propagiert würde.) Doch der Rückkauf des Landes impliziert mehr als nur regionale "Judaisierung". Im gesamten Gebiet von Israel gibt der von israelischen Behörden (und speziell von der Geheimpolizei) stark unterstützte Jewish National Fund große Summen öffentlicher Gelder aus, um alles Land "zu erlösen", das Nichtjuden verkaufen wollen, und um jeden Versuch eines Juden zu vereiteln, sein Land an einen Nichtjuden gegen Zahlung eines höheren Preises zu verkaufen.



***




Israelischer Expansionismus

Die größte Gefahr, die Israel als "Judenstaat" für seine eigenen Einwohner, andere Juden und seine Nachbarn bildet, ist die ideologische Motivierung der territorialen Expansion und der unvermeidlichen Kriege, die dieses Ziel nach sich zieht. Je stärker Israel, wie man im Hebräischen sagt, jüdisch wird und je mehr es zum "Judaismus zurückkehrt" (ein Vorgang, der sich in Israel seit mindestens 1967 vollzieht), desto stärker richtet sich die Realpolitik an jüdisch-ideologischen Zielen und weniger an rationalen Überlegungen aus. Der von mir verwendete Begriff "rational" bezieht sich nicht so sehr auf eine moralische Bewertung der israelischen Politik oder auf angenommene Verteidigungs- oder Sicherheitsbedürfnisse Israels - noch weniger auf die unterstellte Gefährdung des "Überlebens Israels". Ich meine hier die israelisch-imperialistische Politik, die auf den mutmaßlichen Interessen des Landes beruht. Wie moralisch schlecht oder politisch rüde eine solche Politik auch sein mag, ich betrachte die Durchsetzung einer auf der "jüdischen Ideologie" fußenden Politik mit all ihren verschiedenen Versionen als noch schlechteren Fall. Die ideologischen Verteidigungsmaßnahmen der israelischen Politik basieren in der Regel auf der jüdischen Religion und bei areligiösen Juden auf den "historischen Rechten" der Juden, die sich aus dieser Religion ableiten und den dogmatischen Charakter des religiösen Glaubens beibehalten.

Meine eigene schon früh einsetzende politische Wandlung von einem Bewunderer Ben Gurions zu einem ausgesprochenen Gegner begann genau bei diesem Problem. Im Jahre 1956 nahm ich direkt alle von Ben Gurion vorgebrachten politischen und militärischen Gründe für den Beginn des Suez-Krieges durch Israel in mir auf, bis er (obwohl er als Atheist stolz darauf war, die Gebote der jüdischen Religion nicht zu beachten) am dritten Tag des Krieges in der Knesset aussprach, daß der wirkliche Grund für den Krieg "die Wiederherstellung von Davids und Salomos Königreich" in seinen biblischen Grenzen sei. An dieser Stelle seiner Rede sprang nahezu jedes Knesset-Mitglied spontan auf und sang die Nationalhymne.

Meines Wissens hat sich kein zionistischer Politiker jemals von Ben Gurions Vorstellung distanziert, daß die israelische Politik (innerhalb pragmatischer Überlegungen) sich auf der Wiederherstellung der biblischen Grenzen als Grenzen des Judenstaates gründen müsse. In der Tat verdeutlicht eine nähere Analyse der israelischen Langzeitstrategie und der tatsächlichen Prinzipien der Außenpolitik, wie sie in hebräisch ausgedrückt sind, daß die israelische Realpolitik überwiegend durch die "jüdische Ideologie" bestimmt wird. Die Vernachlässigung des real existierenden Judaismus und der "jüdischen Ideologie" lassen diese Politik dem ausländischen Beobachter, der außer einigen oberflächlichen Apologien nichts über den Judaismus weiß, unverständlich erscheinen.

An dieser Stelle will ich ein weiteres Beispiel für den wesentlichen Unterschied anführen, der zwischen der aufgeblähten, aber säkulären imperialen Planung und den Prinzipien der "jüdischen Ideologie" besteht. Letztere befiehlt, daß jedes Territorium, das entweder von einem jüdischen Herrscher in der Antike regiert oder von Gott den Juden entweder in der Bibel oder, was politisch tatsächlich noch wichtiger ist, gemäß der rabbinischen Interpretation der Bibel und des Talmud, versprochen wurde, Israel gehöre, da dies ein Judenstaat sei. Zweifellos sind viele jüdische "Tauben" der Ansicht, daß solche Eroberungen auf einen Zeitpunkt zurückzustellen seien, zu dem Israel stärker als jetzt ist, oder daß es, wie man hofft, eine "friedliche Eroberung" geben könne, d.h. daß die arabischen Herrscher oder Völker sich "überzeugen lassen", das fragliche Land gegen Zahlungen abzutreten, die der Judenstaat dann an sie leisten würde.

Im Umlauf sind eine Reihe von sich widersprechenden Versionen der biblischen Grenzen des Landes Israels, die rabbinische Autoritäten so interpretieren, daß sie im Idealfall zum Judenstaat gehören. Nach der Maximalversion liegen folgende Gebiete innerhalb dieser Grenzen: Im Süden der gesamte Sinai und ein Teil des nördlichen Ägyptens bis in die Nähe von Kairo, im Osten das gesamte Jordanien und ein großes Stück von Saudi-Arabien, ganz Kuwait und ein Teil des Iraks südlich des Euphrat, im Norden der gesamte Libanon und Syrien zusammen mit einem großen Teil der Türkei (bis zum See Van) und im Westen Zypern. Umfangreiche auf diesen Grenzen beruhende Forschungen und gelehrte Dispute, dargestellt in Atlanten, Büchern, Artikeln und populären Formen der Propaganda, werden in Israel mit staatlicher Förderung veröffentlicht. Sicherlich wünschen der kürzlich verstorbene Rabbi Kahane und seine Anhänger sowie einflußreiche Vereinigungen wie der Gusch Emunim nicht nur die Eroberung dieser Gebiete durch Israel, sondern sehen es auch als göttlich befohlenes Gesetz an, und sie vertrauen auf den Erfolg, weil Gott mit ihnen ist.

In der Tat betrachten wichtige jüdische religiöse Persönlichkeiten die Weigerung Israels, solch einen Heiligen Krieg zu führen oder, noch gravierender, die Rückgabe des Sinai an Ägypten, als eine nationale Sünde, die von Gott gerechterweise bestraft wurde. Dov Lior, einer der Wortführer des Gusch Emunim und Rabbiner der jüdischen Siedlungen von Kirjat Arba und von Hebron, stellte wiederholt fest, daß die militärische Libanon-Pleite in den Jahren 1982 bis 1985 eine wohlverdiente göttliche Strafe für die Sünde sei, "einen Teil des Landes Israel", nämlich den Sinai, an Ägypten zurückgegeben zu haben.

Obwohl ich zugegebenermaßen ein extremes Beispiel für die biblischen Grenzen des Landes Israel, die zum "Judenstaat" "gehören", angeführt habe, sind diese Grenzen in nationalreligiösen Kreisen sehr populär. Es gibt aber auch weniger extreme Versionen der biblischen Grenzen, mitunter auch "historische Grenzen" genannt. Es muß jedoch hervorgehoben werden, daß in Israel und in der Diaspora das Konzept der biblischen bzw. der historischen Grenzen als Demarkationslinien des den Juden zustehenden Landes nicht prinzipiell abgelehnt wird. Eine Ausnahme bildet dabei eine winzige Minderheit, die das Konzept eines Judenstaates ablehnt. Andererseits sind Einwände gegen die Verwirklichung solcher Grenzen durch Krieg rein pragmatischer Natur. Man mag einwenden, daß Israel noch zu schwach zur Eroberung des gesamten Landes ist, das den Juden "gehört", oder daß der Verlust jüdischen (aber nicht arabischen!) Lebens als Folge eines Eroberungskrieges solcher Größe schwerwiegender als die Eroberung des Landes sei. Aber im normativen Judaismus kann man nicht bestreiten, daß das "Land Israel", in welchen Grenzen auch immer, nicht allen Juden "gehört". Im Mai 1993 schlug Ariel Scharon auf dem Likud-Parteitag formell vor, daß Israel das Konzept der "biblischen Grenzen" als offizielle Politik anerkenne. Es gab weder innerhalb noch außerhalb des Likud nennenswerte Einwände dagegen, und alle hatten pragmatische Gründe. Nicht einer fragte Scharon, wo denn genau die biblischen Grenzen lägen, die Israel seiner Meinung nach haben müsse. Wir wollen uns daran erinnern, daß es unter denjenigen, die sich selbst Leninisten nennen, keinen Zweifel gab, daß die Geschichte den von Marx und Lenin erarbeiteten Prinzipien folgt. Nicht aus dem dogmatischen Glauben selbst, sondern aus der Verhinderung offener Diskussionen und der dadurch bedingten Skrupellosigkeit erwächst eine totalitäre Geisteshaltung. Deshalb kann man von der israelisch-jüdischen Gesellschaft und den in der Diaspora lebenden Juden, bei denen es sich um Führer der "jüdischen" Leben handelt und die in rein jüdischen Vereinigungen organisiert sind, sagen, daß ihr Charakter einen stark totalitären Zug aufweist.

Seit den Anfängen des Staates wurde aber auch eine israelische Langzeitstrategie entwickelt, die sich nicht auf den Dogmen der "jüdischen Ideologie", sondern auf rein strategische oder imperialistische Überlegungen gründet. Der mittlerweile aus dem aktiven Dienst ausgeschiedene General Schlomo Gasit, ehemals Befehlhaber des militärischen Nachrichtendienstes, verfaßte solch eine maßgebende und erhellende Beschreibung der Prinzipien, auf denen sich solch eine Strategie aufbaut.

Gasit:

Die Hauptaufgabe Israels änderte sich [seit dem Ende der UdSSR] überhaupt nicht und bleibt von entscheidender Bedeutung. Die geographische Lage Israels in der Mitte des arabisch-moslemischen Nahen Ostens prädestiniert Israel dazu, ein aufmerksamer Wächter für Stabilität in allen benachbarten Ländern zu sein. Israels Rolle besteht darin, die vorhandenen Regimes zu schützen, den Prozeß einer Radikalisierung zu verhindern oder zu stoppen und die Expansion des fundamentalistischen religiösen Fanatismus einzudämmen.

Aus diesem Grund wird Israel Änderungen jenseits seiner Grenzen verhindern und diese dann als unannehmbar betrachten, wenn sie einen Punkt erreichen, an dem Israel seine gesamte militärische Macht zu deren Verhinderung oder Ausrottung einzusetzen zu müssen glaubt.

Mit anderen Worten, Israel zielt darauf ab, eine Hegemonie über die anderen Staaten im Nahen Osten zu erreichen. Nach den Worten von Gasit ist es unmittelbar einsichtig, daß Israel an der Stabilität der arabischen Regimes interessiert ist. Aus Gasits Sicht leistet Israel durch den Schutz der nahöstlichen Regimes einen lebenswichtigen Dienst für die "industriell hochentwickelten Staaten, die alle um die Stabilität im Nahen Osten äußerst besorgt sind". Er meint, daß ohne Israel die vorhandenen Regimes der Region schon längst zusammengebrochen wären, weil sie nur noch wegen der israelischen Bedrohung existieren. Diese Ansicht mag zwar heuchlerisch sein, doch sollte man sich in solchen Zusammenhängen an La Rochefoucaulds Maxime erinnern, daß "Heuchelei die Steuer ist, die die Niedertracht an die Tugend zahlt". Die Erlösung des Landes ist solch ein Versuch, die Zahlung einer derartigen Steuer zu vermeiden.

Selbstverständlich bekämpfe ich auch voll und ganz die nichtideologische Politik Israels, wie sie Gasit eindeutig und treffend beschreibt. Gleichzeitig erkenne ich an, daß die von der "jüdischen Ideologie" motivierte Politik Ben Gurions und Scharons viel gefährlicher als eine reine Machtpolitik, ja sogar kriminell ist. Die Auswirkungen dieser Politik auf andere ideologisch motivierte Regimes weisen in dieselbe Richtung. Schon das Vorhandensein einer wichtigen Komponente der israelischen Politik, die sich auf der "jüdischen Ideologie" gründet, verlangt zwingend eine politische Analyse. Diese Ideologie basiert wiederum auf der Einstellung des historischen Judaismus gegenüber Nichtjuden, die eines der Hauptthemen dieses Buches ist. Diese Haltung beeinflußt notwendigerweise - bewußt oder unbewußt - viele Juden. Unsere Aufgabe hier ist es also, den historischen Judaismus so zu behandeln, wie er ist. Der Einfluß der "jüdischen Ideologie" auf viele Juden ist desto stärker, je mehr er der öffentlichen Diskussion entzogen ist. Diese Diskussion wird hoffentlich viele Menschen dazu bringen, dieselbe Haltung gegenüber dem jüdischen Chauvinismus und der von so vielen Juden gegenüber Nichtjuden an den Tag gelegte Verachtung (die später dokumentiert werden soll) einzunehmen, die man normalerweise gegen Antisemitismus und alle anderen Formen der Fremdenfeindlichkeit, des Chauvinismus und des Rassismus entgegenbringt.

Man kann von der Annahme ausgehen, daß nur die umfassende Beschreibung sowohl des Antisemitismus als auch seiner historischen Wurzeln die Grundlage für den Kampf gegen ihn sein kann. Desgleichen sehe ich voraus, daß nur eine vollständige Darstellung des jüdischen Chauvinismus und des religiösen Fanatismus die Basis für den Kampf gegen diese Erscheinungen sein kann. Dies gilt gerade für die heutige Zeit, in der im Gegensatz zu der vor 50 oder 60 Jahren vorherrschende Lage der politische Einfluß des jüdischen Chauvinismus und religiösen Fanatismus viel größer ist als der des Antisemitismus. Da ist aber noch ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt. Ich bin davon überzeugt, daß der Antisemitismus und der jüdische Chauvinismus nur zusammen bekämpft werden können.



****




Ein geschlossenes Utopia?

Bis diese Einsichten sich weiter verbreitet haben, bleibt die tatsächliche Gefahr der auf der "jüdischen Ideologie" basierenden israelischen Politik größer als die Gefahr einer Politik, die sich auf rein strategischen Überlegungen gründet. Den Unterschied zwischen beiden Arten der Politik drückte Hugh Trevor-Roper in seinem Essay "Sir Thomas More and Utopia" gut aus, indem er sie platonisch-machiavellistisch nannte.

Machiavelli rechtfertigte wenigstens die Methoden, die er für die Politik als unerläßlich ansah. Er bedauerte die Notwendigkeit von Gewalt und Betrug und nannte sie auch bei keinem anderen Namen. Plato und More hingegen sanktionierten sie unter der Voraussetzung, daß sie zur Aufrechterhaltung ihrer eigenen utopischen Republiken verwendet würden.

Desgleichen sind die echten Gläubigen des "Judenstaat" genannten Utopia, das die "biblischen Grenzen" anstrebt, viel gefährlicher als die großartigen Strategen vom Typ Gasit, da deren Politik entweder durch die Religion oder, was noch schlimmer ist, durch die Anwendung säkularisierter religiöser Prinzipien mit Absolutheitsanspruch sanktioniert ist. Während Gasit wenigstens noch das Argument vorbringen zu müssen glaubt, daß das israelische Diktat für die arabischen Regimes von Vorteil sei, ließ Ben Gurion keinen Zweifel daran, daß die Wiederherstellung des Königreichs von David und Salomo sich allein für den jüdischen Staat auszahlte.

Die Anwendung der Konzepte des Platonismus zur Analyse der auf der "jüdischen Ideologie" basierenden israelischen Politik dürfte nicht ungewöhnlich sein. Mehrere Gelehrte, unter ihnen Moses Hadas als der bedeutendste, stellten fest, daß die Grundlagen des "klassischen Judaismus", d.h. der von den talmudischen Weisen begründete Judaismus, auf den Einflüssen Platos und insbesondere seines Bildes von Sparta beruht. Nach Hadas war es ein entscheidendes Merkmal des vom Judaismus schon in der makkabäischen Zeit (142 bis 63 v. Chr.) übernommenen politischen Systems von Plato, "daß jede Phase menschlichen Verhaltens religiösen Sanktionen unterliegt, die in Wirklichkeit vom Herrscher manipuliert werden".

Es gibt keine bessere Definition des "klassischen Judaismus" und der Art und Weise, in der die Rabbis und Rabbiner ihn manipulierten, als diese Definition Platos. Insbesondere meint Hadas, daß der Judaismus das übernahm, was "Plato selbst als die Ziele seines Programms" in der folgenden bekannten Passage zusammenfaßte:

Das Wichtigste ist, daß niemand, weder Mann noch Weib, ohne Vorgesetzte sei, und daß niemandes Seele sich gewöhnt habe, sei es im Kampfe selbst oder bei den Vorübungen, etwas für sich nach eigener Willkür zu tun; sondern in jedem Kriege und während des Friedens stets auf den Vorgesetzten hinzublicken ... mit einem Wort, seine Seele durch Gewöhnung dahin zu bestimmen, daß sie ohne die andern nichts tue noch überhaupt von etwas Kenntnis nehme oder sich unterrichte, sondern daß vielmehr das Leben aller zu einem möglichst vereinten, unter sich verbundenen und gemeinsamen sich gestalte. (Gesetze 942ab)

Ersetzt man das Wort "Vorgesetzter" durch "Rabbiner", haben wir ein perfektes Bild des klassischen Judaismus. Letzterer hat noch einen großen Einfluß auf die israelisch-jüdische Gesellschaft und bestimmt zum größten Teil die israelische Politik.

Gerade die oben zitierte Passage wählte Karl Popper in seinem Werk Die Offene Gesellschaft und ihre Feinde zur Beschreibung der Wesensmerkmale einer "geschlossenen Gesellschaft". Der historische Judaismus und seine beiden Nachfolger, die jüdische Orthodoxie und der Zionismus, sind beide eingeschworene Feinde des Konzepts einer Offenen Gesellschaft, soweit es auf Israel angewandt wird. Ein Judenstaat kann nie eine Offene Gesellschaft sein, gleichgültig, ob er sich auf der derzeitigen jüdischen Ideologie oder, falls er dem Charakter nach jüdischer wird, als er jetzt ist, auf den Prinzipien der jüdischen Orthodoxie gründet. Die israelisch-jüdische Gesellschaft hat zwei Wahlmöglichkeiten: Sie kann ein vollständig geschlossenes und kriegerisches Ghetto werden, ein jüdisches Sparta, das von der Arbeitskraft arabischer Heloten gestützt und durch seinen Einfluß auf das politische Establishment der USA sowie durch Drohungen mit seiner Atommacht am Leben gehalten wird, oder sie kann versuchen, eine Offene Gesellschaft zu werden. Die zweite Wahlmöglichkeit hängt ab von einer ehrlichen Aufarbeitung der jüdischen Vergangenheit, von dem Eingeständnis, daß jüdischer Chauvinismus und jüdische Abgrenzung existieren sowie eine ehrliche Überprüfung der Haltung des Judaismus gegenüber Nichtjuden.

 

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B/ Vorurteile und Verfälschungen

Die erste Schwierigkeit bei der Behandlung dieses Themas besteht darin, daß der Begriff "Jude" während der letzten 150 Jahre zwei unterschiedliche Bedeutungen hatte. Um dies zu verstehen, versetzen wir uns in das Jahr 1780. Zu jener Zeit verstand man unter "Jude" genau das, was die Juden selbst als ihre eigene Identität ansahen. Diese Identität war vorwiegend religiös geprägt. Die religiösen Vorschriften regelten jede Einzelheit des täglichen Verhaltens in allen Lebenslagen sozialer und privater Art unter den Juden selbst sowie in ihren Beziehungen zu Nichtjuden. Es ist buchstäblich wahr, daß damals ein Jude noch nicht einmal ein Glas Wasser im Hause eines Nichtjuden trinken durfte. Dieselben Grundgesetze für das Verhalten gegenüber Nichtjuden galten gleichermaßen vom Jemen bis nach New York. Gleichgültig, mit welchem Begriff die Juden des Jahres 1780 auch beschrieben werden (ich möchte hier nicht in eine metaphysische Diskussion über Begriffe wie "Nation" und "Volk" eintreten) - es ist unstrittig, daß alle jüdischen Gemeinden jener Zeit sich von den sie umgebenden nichtjüdischen Gesellschaften abgrenzten.

Dies alles änderte sich jedoch durch zwei parallel verlaufende Prozesse, die in Holland und in England begannen und sich im revolutionären Frankreich und in den modernen Monarchien des 19. Jahrhunderts fortsetzten: Juden erhielten einen bedeutenden Teil der Individualrechte (in einigen Fällen sogar die volle Gleichheit), und die jüdischen Gemeinden verloren die gesetzliche Gewalt über ihre Mitglieder. Es ist dabei zu beachten, daß beide Entwicklungen gleichzeitig abliefen und die zweite, obwohl weit weniger bekannt als die erste, eine größerer Bedeutung hatte.

Seit der Zeit des späten Römischen Reiches übten die jüdischen Gemeinden beträchtliche Macht über ihre Mitglieder aus, und zwar nicht nur die Macht, die sich aus der freiwilligen Mobilisierung sozialen Druckes ergibt (z.B. das Verbot, mit einem exkommunizierten Juden irgendetwas zu tun zu haben oder sogar seinen Leichnam zu vergraben), sondern die Macht des nackten Zwanges wie etwa Prügelstrafe, Einkerkerung und Vertreibung. All dies konnte das rabbinische Gericht über einen Juden für alle Arten von Vergehen legal verhängen. In vielen Ländern - Spanien und Polen sind herausragende Beispiele - war die Vollstreckung der Todesstrafe möglich, mitunter auch mit grausamen Methoden, wie das Auspeitschen bis zum Tode. Dies war nicht nur erlaubt, sondern wurde auch von staatlichen Stellen sowohl in christlichen als auch moslemischen Ländern gefördert, die neben dem allgemeinen Interesse an der Erhaltung von "Recht und Ordnung" in einigen Fällen auch direkte finanzielle Vorteile im Auge hatten. So enthalten z.B. spanische Akten des 13. und 14. Jahrhunderts viele von den frömmsten Katholischen Königen von Kastilien und Aragon erlassene Befehle, die ihre weniger strenggläubigen Beamten anwiesen, gemeinsam mit den Rabbinern die Einhaltung des Sabbats durchzusetzen. Warum? Verhängte nämlich ein rabbinisches Gericht gegen einen Juden wegen Verletzung des Sabbats eine Geldstrafe, so mußten die Rabbiner neun Zehntel der Strafe an den König abführen, was eine sehr profitable und wirksame Maßnahme war.

Man kann auch die Responsen anführen, die kurz vor 1832 der bekannte Rabbiner Mose Sofer aus Preßburg (jetzt Bratislava bzw. Pozsonyi), das damals zum autonomen ungarischen Königreich im österreichischem Kaiserreich gehörte, verfaßte und nach Wien ins eigentliche Österreich schickte, das den Juden schon beträchtliche Individualrechte gewährt hatte. Er beklagt sich über die Tatsache, daß die Juden es mit der Einhaltung religiöser Gesetze nicht mehr so genau nähmen, da die jüdische Gemeinde in Wien das Recht zur Bestrafung von Missetätern verloren hätte. Er fügte hinzu: "Als man mir hier in Preßburg sagte, daß ein jüdischer Ladeninhaber es wagte, sein Geschäft während der Halbfeiertage zu öffnen, schickte ich sofort einen Polizisten hin, um ihn einzusperren."

Dies war die wichtigste soziale Tatsache der jüdischen Existenz vor dem Entstehen des modernen Staates: Die Juden setzten die Einhaltung der religiösen Gesetze des Judaismus mit physischem Zwang durch, dem man sich nur durch Übertritt zur Religion der Mehrheit entziehen konnte, was unter diesen Umständen einen totalen sozialen Bruch bedeutete und daher mit Ausnahme in einer religiösen Krise praktisch unmöglich war.

Mit dem Entstehen des modernen Staates verlor die jüdische Gemeinde ihr Recht, Juden zu bestrafen und zu bedrohen. Der Zusammenhalt einer der geschlossensten der "geschlossenen Gesellschaften", einer der totalitärsten Gesellschaften in der Weltgeschichte, zerbrach. Die Befreiung kam größtenteils von außen, auch wenn es einige wenige Juden gab, die von innen dazu beitrugen. Diese Form der Befreiung hatte ernste Folgen für die Zukunft. Im Fall Deutschland (nach der meisterhaften Analyse von A. J. P. Taylor) war es einfach, die Sache der Reaktion mit Patriotismus zu verbinden, da in der Tat die Armeen der Französischen Revolution und Napoleon die Individualrechte und die Gleichheit vor dem Gesetz nach Deutschland brachten. Man konnte daher die Freiheit als "undeutsch" brandmarken.

Genauso leicht (und zwar besonders in Israel) fiel den Juden, die Vorstellungen und Ideale von Humanität und Rechtsstaatlichkeit als "unjüdisch" oder "antijüdisch" - was sie in einem historischen Sinne tatsächlich sind - und als Prinzipien zu attackieren, die zwar gelten, wenn sie "jüdischen Interessen" nützen, aber ungültig sind, wenn sie "jüdischen Interessen" schaden, also sich z.B. Araber auf dieselben Prinzipien berufen. Dies führte, wiederum gerade in Deutschland und den anderen Nationen in Mitteleuropa, zu einer verfälschenden, sentimentalen und ultraromantischen jüdischen Geschichtsschreibung, aus der alle unbequemen Tatsachen ausgemerzt wurden.

Auch in Hannah Arendts umfangreichen Schriften über den Totalitarismus oder über Juden oder über beide findet man nicht den geringsten Hinweis darauf, wie es in der jüdischen Gemeinschaft im 18. Jahrhundert wirklich aussah: Bücherverbrennung, Verfolgung von Schriftstellern, Kontroversen über die magischen Kräfte von Amuletten, Verbot der elementarsten "nichtjüdischen" Ausbildung (wie der Deutschunterricht im korrekten Gebrauch der Sprache oder im Schreiben mit lateinischen Buchstaben). Niemand findet in den zahllosen in englischer Sprache abgefaßten "jüdischen Geschichtswerken" grundlegende Tatsachen über die Haltung der jüdischen Mystik (die derzeit in gewissen Kreisen so modisch ist) gegenüber Nichtjuden: Sie werden - so wörtlich - als Körperteile des Satans angesehen, und die wenigen nichtsatanischen Personen unter ihnen (d.h. diejenigen, die zum Judaismus konvertierten) seien in Wirklichkeit "jüdische Seelen", die verlorengingen, als der Satan die heilige Frau (Schechina oder Matronit), einer der weiblichen Teile der Gottheit und nach der Kabbala die Schwester und die Ehefrau des jüngeren männlichen Gottes (in ihrem himmlischen Wohnsitz), schändete. Die großen Autoritäten wie Gerschom Scholem haben mit ihrem Ansehen ein System von Betrügereien in all den "sensiblen" Bereichen gestützt, wobei die besser bekannten unter ihnen auch die unehrlichsten und demagogischsten waren.

Als soziale Folge dieses Liberalisierungsprozesses konnte ein Jude zum ersten Mal seit etwa 200 n. Chr. innerhalb des bürgerlichen Rechts eines Landes frei handeln, ohne dafür den Preis des Übertritts zu einer anderen Religionsgemeinschaft zu zahlen. Die Freiheit, in modernen Sprachen abgefaßte Bücher kennenzulernen und zu lesen, die Freiheit, von den Rabbinern nicht autorisierte Bücher in Hebräisch zu lesen und zu schreiben (jedes hebräische oder jiddische Buch mußte zuvor genehmigt werden), die Freiheit, nichtkoschere Nahrungsmittel zu essen, die Freiheit, die zahllosen absurden Tabus hinsichtlich des Soziallebens zu ignorieren, ja sogar die Freiheit des Denkens ("verbotene Gedanken" zählen zu den schwersten Sünden), wurde den Juden in Europa (und später in anderen Ländern) von den modernen und sogar absolutistischen Regimen gewährt, obwohl letztere gleichzeitig antisemitisch und tyrannisch waren. Der russische Zar Nikolaus I. war ein notorischer Antisemit und erließ zahlreiche Gesetze gegen die Juden in seinem Staate. Er stärkte jedoch die Kräfte von "Recht und Ordnung" in Rußland, und zwar nicht nur die Geheimpolizei, sondern auch die normale Polizei und die Gendarmerie, so daß es schwierig wurde, Juden auf Geheiß der Rabbiner zu ermorden, was in Polen vor 1795 recht einfach war. Die "offizielle" jüdische Geschichtsschreibung verurteilt Nikolaus I. deswegen in beiden Anklagepunkten. So befahl z.B. kurz vor 1840 ein "heiliger Rabbi" (ein Zaddik) in einer kleinen jüdischen Stadt in der Ukraine die Ermordung eines Häretikers, der in das kochende Wasser der städtischen Bäder geworfen werden sollte. Zeitgenössische jüdische Quellen vermerken mit Erstaunen und Erschrecken, daß Bestechung "keine Wirkung mehr hatte" und nicht nur die Täter, sondern auch der "heilige Mann" schwer bestraft wurden. Das Regime von Metternich war in Österreich vor 1848 notorisch reaktionär und den Juden gegenüber sehr unfreundlich eingestellt, ließ aber nicht zu, daß liberale Rabbiner vergiftet wurden. Im Laufe des Jahres 1848, als die Staatsmacht vorübergehend geschwächt wurde, war das erste, was die Führer der jüdischen Gemeinde in der galizischen Stadt Lemberg (jetzt Lviv, Lwów bzw. Lvov) mit ihrer neuerlangten Freiheit taten, den liberalen Rabbiner der Stadt zu vergiften, den die winzige nicht-orthodoxe jüdische Gruppe der Stadt aus Deutschland geholt hatte. Nebenbei bemerkt, als eine der größten Häresien galt die Befürwortung und tatsächliche Ausführung der Bar-Mizwa-Zeremonie, die kurz zuvor eingeführt wurde.



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Befreiung von außen

In den letzten 150 Jahren hat der Begriff "Jude" eine doppelte Bedeutung erhalten, was besonders in den englischsprachigen Ländern einige gutmeinende Leute sehr verwirrte; sie meinten, daß die ihnen bekannten Juden, unter sozialen Gesichtspunkten gesehen, "repräsentativ" für die Juden "im allgemeinen" seien. In Osteuropa und in der arabischen Welt wurden die Juden von der Tyrannei ihrer eigenen Religion und ihrer eigenen Gemeinden durch äußere Kräfte befreit, jedoch zu spät und unter den Verhältnissen zu ungünstig für eine echte innere soziale Wandlung. In den meisten Fällen (besonders in Israel) hat sich die alte Vorstellung von der Gesellschaft, dieselbe Ideologie - speziell gegenüber Nichtjuden - sowie dasselbe vollständig falsche Geschichtsbild erhalten. Dies gilt auch für einige der Juden, die "fortschrittlichen" oder linken Bewegungen beitraten. Eine Untersuchung der radikalen, sozialistischen und kommunistischen Parteien fördert viele Beispiele versteckten jüdischen Chauvinismus und Rassismus derjenigen zutage, die diesen Parteien lediglich aus Gründen des "jüdischen Interesses" beitraten und in Israel eine Diskriminierung von "Nichtjuden" fordern. Man braucht nur nachzuprüfen, wieviele jüdische "Sozialisten" über den Kibbuz geschrieben haben, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, daß der Kibbuz eine rassistische Institution ist, die nichtjüdische Bürger Israels rigoros ausschließt, und daß dieses von uns angedeutete Phänomen keineswegs ungewöhnlich ist.

Ohne auf Ignoranz oder Heuchelei beruhende Klischees verwenden zu wollen, sieht man, daß das Wort "Judentum" (und die Wörter gleichen Ursprungs) zwei verschiedene und sogar gegensätzliche soziale Gruppen beschreibt; wegen der derzeitigen israelischen Politik schwindet das Kontinuum zwischen beiden sehr schnell. Einerseits gibt es die traditionelle und oben behandelte totalitäre Bedeutung, andererseits aber auch Abstammungsjuden, die den von Karl Popper "Offene Gesellschaft" genannten Ideenkomplex nach innen verlagert haben. (Insbesondere in den USA gibt es aber auch solche, die diese Vorstellungen zwar nicht verinnerlicht haben, aber dennoch versuchen, damit hausieren zu gehen.)

Man muß wissen, daß sämtliche angeblichen "jüdischen Charaktereigenschaften" (von unkundigen sogenannten Intellektuellen im Westen "den Juden" angedichtet) neue Merkmale sind, die während des größten Teils der jüdischen Geschichte unbekannt waren und erst hervortraten, als die Macht der totalitären jüdischen Gemeinde zu schwinden begann. Nehmen wir z.B. den bekannten jüdischen Humor. In der Vergangenheit war er nur während einiger kurzer Perioden in den Ländern anzutreffen, in denen die jüdische Oberklasse relativ wenig unter dem rabbinischen Joch zu leiden hatte, wie in Italien vom 14. bis zum 17. Jahrhundert oder im moslemischen Spanien. Vor dem 19. Jahrhundert ist dieser Humor in der hebräischen Literatur nicht nur selten zu finden, sondern Humor und Witze sind sogar durch die jüdische Religion strikt verboten, mit der bezeichnenden Ausnahme von Witzen über andere Religionen. Gegen die Rabbiner und die Führer der Gemeinde gerichtete Satire war nie Thema beim Judaismus, auch nicht in ganz geringem Maße wie beim lateinischen Christentum. Es gab keine jüdischen Komödien, wie auch die antiken Spartaner keine Komödien schrieben, und das aus ähnlichen Gründen.

Oder nehmen wir die Liebe zum Lernen. Mit Ausnahme eines rein religiös motivierten Lernens, das sich selbst in einem minderwertigen und degenerierten Zustand befand, beherrschte die Juden in Europa (und in etwas geringerem Ausmaß auch in den arabischen Ländern) vor etwa 1780 tiefe Verachtung und tiefer Haß gegenüber allem Lernen (mit Ausnahme des Talmud und der jüdischen Mystik). Große Teile des Alten Testaments, die gesamte nichtliturgische hebräische Poesie und die meisten Bücher über jüdische Philosophie wurden nicht gelesen, sondern mit dem Bann belegt. Strikt verboten war das Studium der Sprachen, ebenso wie das der Mathematik und der Naturwissenschaften. Völlig unbekannt waren Geographie und Geschichte, besonders die jüdische Geschichte. Der kritische Verstand, dieser angeblich singuläre Charakterzug der Juden, war überhaupt nicht zu finden, und nichts war so verboten, so gefürchtet und deshalb so verfolgt, wie die geringste Neuerung oder die harmloseste Kritik.

Es war eine in verachtenswertesten Aberglauben, Fanatismus und Unwissenheit abgeglittene Welt, eine Welt, in der sich das Vorwort zum ersten in hebräisch abgefaßten geographischen Werk (veröffentlicht 1803 in Rußland) darüber beklagte, daß viele bedeutende Rabbiner die Existenz des amerikanischen Kontinents deswegen leugneten, weil er "unmöglich" sei. Zwischen diesem jüdischen Milieu und dem, was der Westen oft als "typisch jüdisch" betrachtet, besteht mit Ausnahme des unrichtigen Adjektivs keine Gemeinsamkeit.

Viele der heutigen Juden hegt jedoch nostalgische Gefühle für dieses Milieu, das verlorene Paradies und die komfortable geschlossene Gesellschaft, aus der sie nicht so sehr befreit, sondern mehr vertrieben wurden. Ein großer Teil der zionistischen Bewegung wollte sie von jeher restaurieren - und gerade dieser Teil hat die Oberhand gewonnen. Viele der hinter der israelischen Politik stehenden Motive, die die armen, verwirrten westlichen "Freunde Israels" oft so verblüffen, lassen sich erklären, sobald man sie schlicht und einfach als Reaktion in der politischen Bedeutung dieses Wortes ansieht, als eine auf Zwang beruhende und in vielerlei Hinsicht einfallsreiche und deshalb illusorische Rückkehr zur geschlossenen Gesellschaft der jüdischen Vergangenheit.



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Hindernisse für das Verstehen

Wie aus der Geschichte bekannt, hat eine geschlossene Gesellschaft an ihrer Selbstbeschreibung kein Interesse, denn eine solche Beschreibung hat zweifellos teilweise die Form einer kritischen Analyse und ermutigt das Aussprechen vieler kritischer "verbotener Gedanken". Je offener eine Gesellschaft wird, desto aufgeschlossener ist sie zunächst einer beschreibenden und dann kritischen Selbstreflexion ihrer gegenwärtigen Funktion und ihrer Vergangenheit. Was geschieht aber, wenn eine Clique von Intellektuellen wünscht, eine schon zu einem beträchtlichen Teil geöffnete Gesellschaft in ihren früheren totalitären geschlossenen Zustand zurückzuversetzen? In diesem Falle werden die Mittel des früheren Fortschritts wie die Philosophie, die Naturwissenschaften, die Geschichtsschreibung und speziell die Soziologie zum wirksamsten Instrument des "Verrats der Intellektuellen". Sie werden pervertiert, damit sie als Mittel des Betrugs dienen, und degenerieren im Laufe dieses Prozesses.

Der klassische Judaismus war nur wenig interessiert an einer Selbstbeschreibung für die Mitglieder der eigenen Gemeinde, seien sie nun (durch talmudische Studien) gebildet oder nicht. Bezeichnenderweise gibt es keine jüdische Geschichtsschreibung (nicht einmal im trockensten Chronistenstil) zwischen der Zeit des Flavius Josephus (Ende des 1. Jahrhunderts) und der Renaissance. Erst in der Renaissance blühte sie kurzzeitig in Italien und anderen Ländern auf, in denen die Juden unter starkem italienischen Einfluß standen. Es ist typisch für die Rabbiner, daß sie mehr noch die jüdische als die allgemeine Geschichte fürchteten. So trug das erste moderne (im 16. Jahrhundert veröffentlichte) Geschichtsbuch den Titel Geschichte der Könige Frankreichs und der osmanischen Könige#B#bibliographische Angaben?#. Darauf folgten einige Geschichtswerke, die nur von den Verfolgungen handelten, unter denen die Juden zu leiden hatten.

Das erste Buch über die eigentliche jüdische Geschichte, es befaßte sich mit der Antike, verboten und unterdrückten die höchsten rabbinischen Autoritäten; es erschien erst wieder im 19. Jahrhundert. Die rabbinischen Autoritäten in Osteuropa verboten alle nichttalmudischen Untersuchungen, auch wenn sie darin nichts fanden, was dieses Verbot rechtfertigte. Die damit verbrachte Zeit solle besser zum Talmudstudium oder Geldverdienen verwandt werden, und das Geld könne wiederum zur Unterstützung der Talmudgelehrten benutzt werden. Ein Schlupfloch blieb jedoch offen, nämlich die Zeit, die auch ein frommer Jude zwangsweise auf dem Abort verbringen muß. Da an diesem unsauberen Ort das Studium heiliger Schriften verboten ist, war es erlaubt, Geschichtswerke dort zu lesen, vorausgesetzt, sie waren in Hebräisch abgefaßt und vollständig säkulär, was letztlich bedeutete, daß sie ausschließlich nichtjüdische Themen behandeln durften. (Man kann sich vorstellen, daß die wenigen Juden dieser Zeit, die - zweifellos durch satanische Versuchung - ein Interesse an der Geschichte der französischen Könige entwickelten, sich dauernd bei ihren Nachbarn über die Verstopfung beklagten...) So befand sich vor zweihundert Jahren der überwiegende Teil der Juden in geistiger Dunkelheit, nicht nur, was die Existenz Amerikas, sondern auch die

jüdische Geschichte und den damaligen Zustand des Judentums betraf. Und sie waren sehr einverstanden damit, daß es dabei blieb.



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Totalitäre Geschichte

Bei einer Sache durften sie jedoch nicht in der Selbstgenügsamkeit verweilen, nämlich bei christlichen Angriffen gegen die Passagen des Talmud und der talmudischen Literatur, die sich gegen Nichtjuden im allgemeinen und Christen im besonderen richteten. Man muß wissen, daß solche Angriffe erst relativ spät in der Geschichte der christlich-jüdischen Beziehungen auftraten, und zwar vom 13. Jahrhundert an. (Vor dieser Zeit gingen die christlichen Autoritäten gegen den Judaismus entweder mit der Bibel oder mit allgemeinen Argumenten vor. Der Talmud war ihnen anscheinend ziemlich unbekannt.) Die christliche Kampagne gegen den Talmud leiteten offensichtlich von zum Christentum übergetretene Juden ein, die den Talmud sehr gut kannten und sich in vielen Fällen von der Entwicklung der christlichen Philosophie mit ihren starken aristotelischen (und somit universellen) Charakter angezogen fühlten.

Man muß vorausschicken, daß der Talmud und die talmudische Literatur - ganz abgesehen von den allgemeinen Andeutungen gegen Nichtjuden, die sich durch sie ziehen und ausführlich im Kapitel V ("V Gesetze gegen Nichtjuden") behandelt werden - einige sehr anstößige, besonders gegen das Christentum gerichtete Aussagen und Vorschriften enthalten.

Neben einer Reihe von skurrilen, unbewiesenen Behauptungen über das Sexualleben von Jesus, schreibt z.B. der Talmud, daß seine Strafe in der Hölle darin bestehe, in kochende Exkremente eingetaucht zu werden. Diese Aussage zielt nicht gerade darauf ab, den Talmud bei frommen Christen beliebt zu machen. Man kann aber auch die Vorschrift zitieren, nach der die Juden angewiesen werden, jedes Exemplar des Neuen Testaments, das ihnen in die Hände fällt, möglichst öffentlich zu verbrennen. Diese Vorschrift ist zwar nicht mehr in Kraft, wird aber heute noch praktiziert, wie etwa am 23. März 1980, als Hunderte von Exemplaren des Neuen Testaments öffentlich und zeremoniell in Jerusalem unter der Schirmherrschaft von "Jad Le Achim", einer religiösen jüdischen und vom israelischen Religionsministerium unterstützten Organisation, verbrannt wurden.

Jedenfalls setzten in vielen Punkten gut begründete Angriffe gegen den talmudischen Judaismus im Europa des 13. Jahrhunderts ein. Wir führen hier nicht die auf Unwissenheit beruhenden Verleumdungen an, wie die von geistig zurückgebliebenen Mönchen in kleinen Provinzstädten verbreitete Blutlüge, sondern die in den damals besten Universitäten Europas abgehaltenen und weitgehend unparteiisch geführten Disputationen, wie sie damals unter den Gegebenheiten des Mittelalters möglich waren.

Was war nun die jüdische oder - besser gesagt: die rabbinische - Reaktion? Die einfachste Antwort bestand darin, daß man die alte Waffe der Bestechung herausholte und Beziehungen spielen ließ. In den meisten europäischen Ländern konnte man fast alles durch ein Schmiergeld regeln. Nirgendwo galt dieser Grundsatz mehr als im Rom der Renaissancepäpste. Die Erstausgabe des vollständigen Kodex des talmudischen Gesetzes, die Mischne Tora von Maimonides, angefüllt nicht nur mit den widerwärtigsten Vorschriften gegen alle Nichtjuden, sondern auch mit expliziten Angriffen gegen das Christentum und gegen Jesus (dessen Namen der Autor mit dem frommen Zusatz "möge der Name des Verruchten vergehen" versieht), wurde im Jahre 1480 von anstößigen Stellen ungereinigt in Rom unter Sixtus IV., eines politisch sehr aktiven Papstes, der sich dauernd in ernsten Geldnöten befand, veröffentlicht. (Einige Jahre zuvor wurde die ältere Ausgabe des Goldenen Esel von Apulejus, aus dem die heftigen Angriffe gegen das Christentum nicht beseitigt wurden, gleichfalls in Rom veröffentlicht.) Alexander VI. aus der Familie der Borgia war ebenfalls sehr liberal in dieser Hinsicht.

Wie vorher gab es auch in dieser Zeit immer Länder, in denen zeitweilig eine Welle antitalmudischer Verfolgung ausbrach. Doch mit der Reformation und der Gegenreformation setzte ein weitreichender und folgerichtiger Ansturm ein, als sich eine höhere intellektuelle Ehrlichkeit und bessere Hebräischkenntnisse unter den christlichen Gelehrten verbreiteten. Vom 16. Jahrhundert an wurde die gesamte talmudische Literatur einschließlich des Talmuds in verschiedenen Ländern der Zensur unterworfen, in Rußland bis zum Jahre 1917. Während einige Zensoren, wie etwa in Holland, etwas laxer bei der Handhabung der Zensur vorgingen, verfuhren andere weitaus strenger und beseitigten oder änderten die anstößigen Passagen.

Alle modernen wissenschaftlichen Untersuchungen über den Judaismus, insbesondere die von Juden stammenden, haben sich aus diesem Konflikt heraus entwickelt. Bis heute tragen sie noch die unverkennbaren Züge ihres Ursprungs: Betrug, Apolegetik oder feindliche Polemik, Gleichgültigkeit oder sogar aktive Feindschaft gegenüber der Suche nach Wahrheit. Von damals bis zum heutigen Tag sind deshalb alle sogenannten jüdischen Studien über den Judaismus als Polemiken gegen einen äußeren Feind und nicht als interne Debatte gedacht.

Man muß wissen, daß dies anfänglich für die gesamte Geschichtsschreibung in allen bekannten Kulturkreisen kennzeichnend war (mit Ausnahme des antiken Griechenlands, wo die frühen liberalen Historiker später von den Sophisten wegen ihres mangelnden Patriotismus angegriffen wurden!). Dies gilt auch für die ersten katholischen und protestantischen Historiker, die gegeneinander polemisierten. Desgleichen sind die ersten nationalen Geschichtswerke in Europa mit gröbstem Nationalismus und mit Geringschätzung gegenüber anderen Nationen getränkt. Früher oder später kommt jedoch eine Zeit, in der man den Versuch macht, nationale oder religiöse Gegnerschaft zu verstehen und gleichzeitig tiefgreifende und wichtige Aspekte der eigenen Geschichte kritisch zu beleuchten. Diese beiden Entwicklungen laufen gleichzeitig ab. Nur wenn, wie es Pieter Geyl so gut ausgedrückt hat, die Geschichtsschreibung "eine Debatte ohne Ende" wird und keine Fortsetzung des Krieges mit historiographischen Mitteln bleibt, wird eine humane, nach Genauigkeit und Ausgewogenheit strebende Geschichtsschreibung möglich; sie wird dann zu einem der wirkungsvollsten Instrumente des Humanismus und der Selbsterziehung.

Gerade aus diesem Grunde schreiben die modernen totalitären Regimes die Geschichte um oder bestrafen Historiker. Wenn eine ganze Gesellschaft die Rückkehr zum Totalitarismus versucht, wird totalitäre Geschichte geschrieben, und zwar durchgesetzt nicht durch den Zwang von oben, sondern durch den viel wirksamereren Druck von unten. Gerade dies geschah in der jüdischen Geschichte und bildet das erste Hindernis, das wir überwinden müssen.



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Verteidigungsmechanismen

Wie sahen nun neben der oben erwähnten Bestechung die Mechanismen aus, die die jüdischen Gemeinden gemeinsam mit äußerster Kraft einsetzten, um den Angriff auf den Talmud und die andere religiöse Literatur abzuwehren? Es lassen sich mehrere Methoden unterscheiden, von denen alle die wichtigen politischen Folgen haben, die sich in der gegenwärtigen israelischen Politik zeigen. Es wäre ermüdend, in jedem Falle auf die Parallelen zu Begin oder zu Ben Gurion hinzuweisen; ich bin sicher, daß der mit der Politik im Nahen Osten etwas vertraute Leser selbst die Ähnlichkeit bemerken wird.

Der erste Mechanismus, der hier behandelt werden soll, ist der mit äußerlicher Unterwerfung verbundene heimliche Widerstand.

Wie schon oben gesagt, mußten die gegen das Christentum oder gegen Nichtjuden gerichteten talmudischen Passagen entfernt oder geändert werden - der Druck war allzu stark. Man tat folgendes: Einige der anstößigsten Passagen wurden aus allen in Europa nach der Mitte des 16. Jahrhunderts gedruckten Ausgaben herausgenommen. In allen anderen Passagen ersetzte man die Ausdrücke "Heide", "Nichtjude", "Fremder" (Goi, Eino Jehudi, Nochri), die in allen frühen Manuskripten und Druckwerken sowie in sämtlichen in islamischen Ländern veröffentlichten Ausgaben standen, durch Begriffe wie "Götzenanbeter", "Heide" oder sogar "Kanaaniter" oder "Samariter", die sich leicht wegerklären lassen, die aber ein jüdischer Leser als Euphemismus für die alten Ausdrücke erkennen konnte.

Mit den sich steigernden Angriffen wurde die Verteidigung immer subtiler, mit zuweilen dauerhaft tragischen Ergebnissen. Zu bestimmten Zeiten wurde die Zensur im zaristischen Rußland immer strenger, und als die oben erwähnten Euphemismen enttarnt wurden, verbot man sie. Daraufhin nahmen die rabbinischen Autoritäten als Ersatz die Begriffe "Araber" oder "Moslem" (in Hebräisch "Ismaeliter" - was beides bedeutet) oder gelegentlich auch "Ägypter" und kalkulierte ganz richtig, daß die zaristische Behörden gegen diese Art des Mißbrauchs nichts einwenden würden. Gleichzeitig wurden Listen der talmudischen Auslassungen in Manuskriptform in Umlauf gebracht, die alle neuen Begriffe erläuterten und alle Auslassungen herausstellten. Gelegentlich druckte man eine Distanzierung vor der Titelseite eines jeden Bandes der talmudischen Literatur, in der man feierlich und manchmal auch eidlich bekräftigte, daß alle feindseligen Ausdrücke in dem betreffenden Band nur gegen die Götzenverehrer der Antike oder sogar gegen die längst untergegangenen Kanaaniter gerichtet seien und nicht gegen "die Menschen, in deren Land wir leben". Nach der Eroberung Indiens durch die Briten gebrauchten einige Rabbiner die Schutzbehauptung, daß alle von ihnen verwendeten, besonders schimpflichen und herabsetzenden Ausdrücke nur für die Inder gedacht wären. Manchmal benutzte man auch die Ureinwohner Australiens als Prügelknaben.

Selbstverständlich war alles von Anfang bis Ende ein vorsätzlicher Betrug, denn als sich nach der Gründung des Staates Israels die Rabbiner erst einmal sicher fühlten, nahmen sie alle anstößigen Passagen und Ausdrücke in alle neuen Ausgaben ohne Zögern wieder auf. (Wegen der enormen Kosten, die mit einer neuen Ausgabe verbunden sind, ist ein beträchtlicher Teil der talmudischen Literatur einschließlich des Talmuds selbst noch immer ein Nachdruck der älteren Ausgaben. Aus diesem Grunde wurden die oben genannten talmudischen Auslassungen jetzt in Israel in einer billigen Ausgabe mit dem Titel Chesronot Schas veröffentlicht.) Man kann also jetzt ganz frei solche Passagen lesen (und den jüdischen Kindern werden sie tatsächlich auch beigebracht), wie diejenige, in der steht, daß jeder Jude beim Vorbeigang eines jüdischen Friedhofs seinen Segen aussprechen, aber an einem nichtjüdischen Friedhof die Mütter der Toten verfluchen muß.

In den alten Ausgaben wurde der Fluch weggelassen oder einer der Tarnnamen für "Nichtjude" eingesetzt. In der neuen israelischen Ausgabe des Rabbiners Adin Steinsalz (komplett mit hebräischen Erläuterungen und Glossaren zum aramäischen Teil des Textes, so daß die Schulkinder nicht im Zweifel darüber sind, was sie sagen sollen) nahm man die unzweideutigen Wörter "Nichtjuden" und "Fremde" wieder auf.

Unter äußerem Druck bereinigten oder änderten die Rabbiner in betrügerischer Absicht gewisse Passagen, aber nicht die in ihnen vorgeschriebenen Praktiken. Es bleibt eine Tatsache, daß unsere totalitäre Gesellschaft jahrhundertelang barbarische und inhumane Bräuche anwandte, um den Geist ihrer Mitglieder zu vergiften. Dies geschieht heute noch. (Diese inhumanen Bräuche können nicht als bloße Reaktion auf den Antisemitismus oder die Judenverfolgungen wegerklärt werden. Sie sind unbegründete Barbareien, die sich gegen jedes menschliche Wesen richten. Ein frommer Jude, der zum ersten Mal nach Australien kommt und dabei zufällig an einem Friedhof der Ureinwohner vorbeikommt, muß als kultische Handlung die Mütter der dort Begrabenen verfluchen.) Wenn wir dieser harten Tatsache nicht ins Gesicht schauen, werden wir alle zu Beteiligten an der Täuschung und zu Komplizen bei der Vergiftung der heutigen und künftigen Generationen mit allen ihren Konsequenzen.



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Die Täuschung geht weiter

Moderne Gelehrte des Judaismus führten nicht nur die Täuschung fort, sondern übertrafen noch die alten rabbinischen Methoden an Frechheit und an Verlogenheit. Da die verschiedenen geschichtlichen Darstellungen des Antisemitismus nicht einen ernsten Gedanken wert sind, will ich sie hier übergehen. Stattdessen führe ich drei besondere Beispiele und ein allgemeines Beispiel der moderneren "akademischen" Täuschungen an.

Im Jahre 1962 erschien im Jerusalem ein Teil des oben erwähnten Maimonidischen Kodex, das sogenannte Buch der Gebote und Verbote mit den Grundregeln des jüdischen Glaubens und der Religionsausübung als eine zweisprachige Ausgabe, bei der die englische Übersetzung dem hebräischen Text gegenübergestellt ist. Der hebräische Text wurde in seiner ursprünglichen Fassung wiedergegeben, wobei das Gebot, jüdische Ungläubige auszurotten, in voller Länge angeführt ist: "Es ist eine Pflicht, diese mit eigener Hand auszurotten." Die englische Übersetzung ist etwas abgeschwächt: "Es ist die Pflicht, aktive Maßnahmen zu ergreifen, um sie zu vernichten". Dann aber führt der hebräische Text genaue Beispiele der "Ungläubigen " an, die auszurotten sind: "Solche Leute wie Jesus von Nazareth und seine Schüler sowie Sadok und Baitos und deren Gefolgsleuten; möge der Name der Verruchten verrotten". Nicht ein Wort davon erscheint im englischen Text auf der gegenüberliegenden Seite (Seite 78 a).

Bezeichnend dabei ist, daß trotz der weiten Verbreitung dieses Buches unter den Gelehrten in den englischsprachigen Ländern keiner von ihnen meines Wissens nach gegen diese eklatante Täuschung protestiert hat.

Das zweite Beispiel stammt aus den USA, und hier wiederum aus der englischen Übersetzung eines Buches von Maimonides, der nicht nur den Talmud kodifizierte, sondern auch ein großer Philosoph war. Sein Führer der Verirrten wird mit Recht als eines der größten Werke der jüdischen Religionsphilosophie betrachtet, von vielen Menschen gelesen und noch heute benutzt. Neben seiner Haltung gegenüber Nichtjuden im allgemeinen und Christen im besonderen war Maimonides leider auch ein schwarzenfeindlicher Rassist. Am Ende des Führers behandelt er in einem entscheidenden Kapitel (Buch III, Kapitel 51) die Frage, wie die verschiedenen Gruppen der Menschheit den höchsten religiösen Wert, nämlich die echte Gottesanbetung, erreichen können. Zu denen, die nicht fähig sind, sich diesem Ziel auch nur zu nähern, gehören:

Einige der Türken [d.h. die mongolische Rasse] und die Nomaden im Norden sowie die Schwarzen und die Nomaden im Süden und all diejenigen, die ihnen in unseren Landstrichen ähneln. Ihre Natur entspricht der Beschaffenheit stummer Tiere, und nach meiner Meinung stehen sie nicht auf dem Stand von Menschen, und bei allen belebten Dingen stehen sie unter dem Menschen und über dem Affen, da sie dem Aussehen nach mehr Menschen als Affen ähneln.

Was soll man mit so einer Passage in dem wichtigsten und unumgänglich notwendigen Buch des Judaismus tun? Der Wahrheit und ihren Konsequenzen ins Gesicht sehen? Gott behüte! Zugeben (wie z.B. viele christliche Gelehrte in ähnlichen Situationen), daß eine hohe jüdische Autorität fanatische schwarzenfeindliche Ansichten pflegt und durch dieses Zugeständnis den Versuch einer Selbsterziehung zu echter Menschlichkeit machen? Vergessen Sie diesen Gedanken. Ich kann mir schon die jüdischen Gelehrten in den USA vorstellen, wie sie sich zu Beratungen zurückziehen und fragen, was zu tun sei, denn das Buch mußte wegen der schwindenden Kenntnis des Hebräischen unter den amerikanischen Juden übersetzt werden. Sei es durch Beratung oder persönliche Inspiration, eine glückliche "Lösung" wurde gefunden: In der weitverbreiteten amerikanischen Übersetzung des Führers von einem gewissen Friedlander, die zuerst im Jahre 1923 veröffentlicht wurde und dann in vielen Neuauflagen, auch in mehreren Taschenbuchausgaben, herauskam, ist das hebräische Wort Kuschim mit der Bedeutung "Schwarze" einfach transskribiert worden und erscheint als "Kushites", ein bedeutungsloses Wort, wenn man kein Hebräisch kann oder von einem gütigen Rabbiner nicht mündlich aufgeklärt wird. Während all dieser Jahre fiel nicht ein Wort, um diese einleitende Täuschung oder die sozialen Tatsachen, auf denen sich diese Fortdauer der Täuschung gründet, herauszustellen.

Und dies begab sich während der ganzen Aufregung über die von so vielen Rabbinern unterstützten Kampagnen Martin Luther Kings, ganz zu schweigen von den anderen jüdischen Persönlichkeiten, denen die schwarzenfeindliche rassistische Haltung bekannt sein mußte, die ein Teil ihres jüdischen Erbes ist.

Viele der rabbinischen Helfer Martin Luther Kings waren, wie man zwangsläufig annehmen muß, schwarzenfeindliche Rassisten, die ihn wegen des "jüdischen Interesses" aus taktischen Gründen (und um schwarze Unterstützung für das amerikanische Judentum und Israels Politik zu gewinnen) unterstützten. Oder es waren ausgebuffte, ja fast schon schizophrene Heuchler, die sich sehr schnell von einer versteckten Freude an fanatischem Rassismus auf erklärte Anhängerschaft eines antirassistischen Kampfes und dann wieder umgekehrt umstellen konnten.

Das dritte Beispiel stammt aus einem Werk, das einen weitaus geringeren wissenschaftlichen Anspruch erhebt, aber gerade deswegen weiter verbreitet ist: The Joys of Yiddish von Leo Rosten. Dieses heitere Buch, zuerst in den Vereinigten Staaten im Jahre 1968 und dann in vielen Neuauflagen einschließlich einiger Penguin Paperbacks veröffentlicht, ist eine Art Glossar jiddischer Wörter, die Juden und sogar Nichtjuden in den englischsprachigen Ländern oft gebrauchen. Jeder Eintrag enthält nicht nur eine ausführliche Definition und mehr oder weniger amüsante Anekdoten zur Veranschaulichung des Gebrauchs, sondern auch mehr oder weniger korrekte etymologische Angaben über die Sprache, aus der das Wort in das Jiddische übernommen wurde, und welche Bedeutung es in jener Sprache hat. Eine Ausnahme bildet dabei Shaygets mit Hauptbedeutung "nichtjüdischer Junge oder nichtjüdischer junger Mann". Als dunkle etymologische Erklärung ist "hebräischen Ursprungs" angegeben, ohne genau mitzuteilen, welche Form oder Bedeutung das ursprüngliche hebräische Wort hat. Unter Shiksa, der weiblichen Form von Shaygets, gibt der Autor das ursprüngliche hebräische Sheqetz (oder Sheques in seiner Transskription) an und erklärt die hebräische Bedeutung mit "blemish". Dies ist eine glatte Lüge, wie jeder Sprecher des Hebräischen weiß. Das in Israel herausgegebene Megiddo Modern Hebrew-English Dictonary definiert Sheqetz ganz richtig als: "unclean animal; loathsome creature, abomination, wretch, unruly youngster; Gentile youngster" (Anm.d.Übers.: "unsauberes Tier; ekelhafte Kreatur, Scheusal, Lump, widerspenstiger Bursche, nichtjüdischer Bursche").

Das letzte und allgemeinere Beispiel ist, falls überhaupt möglich, noch schockierender als die anderen und betrifft die Haltung der chassidischen Bewegung gegenüber Nichtjuden. Der Chassidismus, eine Fortführung (und eine Verfälschung!) der jüdischen Mystik, ist noch immer ein lebendige Bewegung mit Hunderttausenden von aktiven Anhängern, die fanatisch auf ihre "heiligen Rabbis" eingeschworen sind. Einige von ihnen haben beträchtlichen politischen Einfluß in Israel, darunter auf die Führer der meisten Parteien und noch mehr auf die höheren Ränge der Armee.

Wie ist also nun die Einstellung dieser Bewegung gegenüber Nichtjuden?

Als Beispiel sei hier das berühmte grundlegende Buch Hatanya der Chabad-Bewegung angeführt, eines der wichtigsten Ablegers des Chassidismus.

Nach diesem Buch sind alle Nichtjuden ausnahmslos satanische Kreaturen, "in denen absolut nichts Gutes ist". Sogar ein nichtjüdischer Embryo unterscheidet sich qualitativ von einem jüdischen. Die ganze Existenz eines Nichtjuden ist "entbehrlich", wogegen die gesamte Schöpfung allein um der Juden willen erfolgte.

Dieses Buch erschien in zahllosen Auflagen, und seine Vorstellungen werden in den zahllosen "Diskursen" des derzeitigen, geborenen Führers des Chabad, dem sogenannten Ljubawitscher Rabbi M. M. Schneuerssohn, weiterverbreitet, der diese mächtige weltweite Organisation von seinem Hauptquartier in New York aus leitet. In Israel erfolgt die Verbreitung dieser Ideen in der Öffentlichkeit, in den Schulen und in der Armee. (Nach dem Zeugnis von Schulamit Aloni, Mitglied der Knesset, erfuhr diese Propaganda des Chabad eine Steigerung vor der israelischen Invasion des Libanon im März 1978, um Militärärzte und Krankenschwestern zu veranlassen, "verwundeten Nichtjuden" medizinische Hilfe vorzuenthalten. Diese nazi-ähnliche Anweisung galt nicht speziell für Araber oder für Palästinenser, sondern schlicht und einfach für "Nichtjuden", Gojim.) Der frühere israelische Präsident Schasar war ein glühender Anhänger des Chabad, und viele hohe israelische und amerikanische Politiker, allen voran Premierminister Begin, machten dieser Bewegung den Hof und unterstützten sie öffentlich. Trotz der hohen Unbeliebtheit des Ljubawitscher Rabbi: In Israel wird er heftig kritisiert, da er sich weigert, auch nur zu Besuch nach Israel zu kommen. Er bleibt aus obskuren messianischen Gründen in New York, obwohl seine schwarzenfeindliche Haltung dort notorisch ist.

Die Tatsache, daß trotz dieser praktischen Schwierigkeiten der Chabad von so vielen hohen Persönlichkeiten in der Politik öffentlich unterstützt werden kann, geht zum großen Teil auf die vollkommen unredliche und irreführende Behandlung durch die meisten Gelehrten zurück, die über die chassidische Bewegung und ihren Ableger Chabad geschrieben haben. Dies gilt besonders für alle Personen, die über diese Bewegung in englischer Sprache schreiben und geschrieben haben. Sie vertuschen die offenkundige Konzeption der alten chassidischen Texte sowie der aktuell daraus folgenden politischen Konsequenzen. Diese fallen sogar dem gelegentlichen Leser der hebräischen Presse auf, weil der Ljubawitscher Rabbi und andere chassidische Führer hier unablässig die blutrünstigsten Behauptungen und Ausfälle gegen alle Araber veröffentlichen.

Der Hauptbetrüger in diesem Falle und ein gutes Beispiel für die Macht der Täuschung ist Martin Buber. In seinen zahlreichen Werken hebt er die gesamte chassidische Bewegung (einschließlich des Chabad) in den Himmel und zeigt weniger die tatsächlichen Lehrmeinungen des Chassidismus hinsichtlich der Nichtjuden auf.

Das Verbrechen der Fälschung ist um so größer angesichts der Tatsache, daß Buber seine Lobpreisungen des Chassidismus zuerst in deutsch während des Aufstiegs des deutschen Nationalismus und der Machtübernahme der Nationalsozialisten veröffentlichte. Angeblich war er ein Gegner des Nationalsozialismus, glorifizierte aber eine Bewegung, die Lehrmeinungen über Nichtjuden vertritt, die denen der Nationalsozialisten über die Juden nicht nachstehen. Man könnte natürlich sagen, daß die chassidischen Juden vor 70 oder 50 Jahren die Opfer waren und eine "Notlüge" zugunsten eines Opfers entschuldbar sei. Die Folgen solch einer Täuschung sind jedoch unermeßlich. Bubers Werke wurden ins Hebräische übersetzt und zu einem mächtigen Element der hebräischen Erziehung in Israel. Sie erhöhten stark die Macht der blutrünstigen chassidischen Führer und sind somit zum großen Teil verantwortlich für das Anwachsen des israelischen Chauvinismus und des Hasses gegenüber allen Nichtjuden. Wenn man an die vielen Menschen denkt, die nur darum starben, weil von der chassidischen Propaganda aufgestachelte Sanitäterinnen der israelischen Armee ihnen ihre Hilfe verweigerten, dann liegt die schwere Last für deren Blut auf dem Haupt von Martin Buber.

Ich muß hier erwähnen, daß Buber mit seiner Lobhudelei des Chassidismus andere jüdische Gelehrte weit übertraf, und zwar vor allem diejenigen, die in Hebräisch (oder früher in Jiddisch) oder sogar in europäischen Sprachen, allerdings nur für eine jüdische Leserschaft, schreiben. Bei Fragen der internen jüdischen Interessen hat es einmal eine starke und gerechtfertigte Kritik der chassidischen Bewegung gegeben. Ihr Frauenhaß (viel extremer als in der gesamten jüdischen Orthodoxie üblich), ihre Alkoholexzesse, ihr fanatischer Kult mit ihren erblichen "heiligen Rabbis", die ihnen Geld abpressen, ihre zahllosen abergläubischen Vorstellungen - diese und viele andere negative Charakterzüge wurden mit Kritik begleitet. Doch Bubers sentimentale und betrügerische Romantisierung hat besonders in den USA und in Israel die Oberhand gewonnen, da sie mit der totalitären Bewunderung für alles "echt Jüdische" in Einklang stand und bestimmte "linke" jüdische Kreise, auf die Buber einen besonders großen Einfluß hatte, diese Ansichten übernahmen.

Buber stand mit seinen Ansichten aber nicht allein, obwohl er meines Erachtens wegen der Verderbtheit, die er verbreitete, und wegen des Einflusses, den er hinterlassen hat, der weitaus Übelste war. Es gab andere, wie den einflußreichen Soziologen und Bibel-Gelehrten Jecheskel Kaufmann, ein Befürworter des Völkermordes nach dem Vorbild des Buches Josua, und den Philosophen der idealistischen Richtung Hugo Schmuhl Bergman, der schon in den Jahren 1914 und 1915 die Vertreibung aller Palästinenser in den Irak und in viele andere Länder propagierte. Nach außen hin waren sie zwar alle "Tauben", prägten jedoch Formulierungen, die man im extremsten antiarabischen Sinne handhaben konnte. Alle neigten dem religiösen Mystizismus zu, der die Verbreitung von Täuschungen begünstigte, und alle schienen milde Seelen zu sein, die anscheinend keiner Fliege etwas zuleide tun konnten, auch wenn sie für Vertreibung, Rassismus und Völkermord eintraten.

Gerade aus diesem Grunde war die Wirkung ihres Betrugs um so größer.

Unser Kampf muß sich gegen die Glorifizierung der Inhumanität richten, die nicht nur von den Rabbis und den Rabbinern, sondern auch von denen propagiert wird, die man als die größten und sicherlich einflußreichsten Gelehrten des Judaismus ansieht. Geführt werden muß dieser Kampf auch gegen die modernen Nachfolger der falschen Propheten und der unredlichen Priester. Eben weil in Israel und unter der überwältigenden Mehrheit der Juden in Ländern wie den USA eine nahezu einhelligen Meinung vorherrscht, müssen wir des Lucretius Warnung wiederholen, nicht auf ein eigenes Urteil zugunsten der Tiraden der Priester zu verzichten: Tantum religio potuit suadere malorum (Zu soviel Bösem werden Menschen durch die Religion getrieben). Nicht immer ist die Religion, wie Marx sagte, das Opium des Volks, kann es jedoch oft sein. Benutzt man sie jedoch in diesem Sinne durch die Verdrehung und die falsche Darstellung ihrer echten Natur, so werden die Gelehrten und Intellektuellen, die diese Aufgabe übernehmen, zu Opiumschmugglern.

Aus dieser Analyse können wir noch eine allgemeinere Schlußfolgerung ziehen über die wirksamsten und erschreckendsten Mittel, jemanden dazu zu bringen, Böses zu tun, zu betrügen und zu täuschen sowie ganze Völker zu korrumpieren und sie zur Unterdrückung und Mord zu treiben, die Hände aber gleichzeitig in Unschuld zu waschen. Zweifellos sind die schrecklichsten Maßnahmen zur Unterdrückung im Westjordanland durch jüdischen religiösen Fanatismus motiviert. Die meisten Menschen nehmen anscheinend an, daß der schlimmste Totalitarismus physischen Zwang anwendet. Sie würden auf Orwells 1984 als ein Modell verweisen, das solch eine Herrschaft verdeutlicht. Mir aber scheint, daß diese allgemeine Ansicht ein grobes Mißverständnis ist. Die Erke